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Author(s) Dossow, Christiane
Year 2007
Title Der Amoklauf von Erfurt – eine analytische Untersuchung der Trauerbewältigung von unmittelbaren Angehörigen und Betroffenen
Published in Universität Kassel.
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Abstract Am 26.April 2002 erschoss ein ehemaliger Schüler des Gutenberg - Gymnasiums in Erfurt eine Schülerin, einen Schüler, einen Polizisten, eine Schulsekretärin, die stellvertretende Direktorin, sieben Lehrerinnen, vier Lehrer und anschließend sich selbst. An diesem Tag wurde aus dem früheren Schüler Robert Steinhäuser ein Massenmörder und Selbstmordattentäter, der in weniger als einer viertel Stunde sechzehn Menschen regelrecht hingerichtet hat. In der vorliegenden Untersuchung stehen die Bewältigungsmechanismen von Trauer und Trauerverarbeitung der unmittelbaren Angehörigen und einiger Betroffener im Vordergrund. Besondere Berücksichtigung finden innerhalb des Trauerprozesses die Erwartungshaltung Dritter (Verhalten der Öffentlichkeit) an die Angehörigen und die Bedeutung der Verbrechen und Verlusterfahrungen in diesem Kontext.

Aus dem unmittelbaren Kreis der Angehörigen kam der Hinweis, dass der Arbeitstitel „der Amoklauf von Erfurt“ möglicherweise ein Zugeständnis an den Mörder so vieler Menschen sei, da es sich in keinem Fall um eine willkürliche Tat, Geistesverwirrtheit oder um zielloses Töten gehandelt hätte.

Dass die Autorin die Bezeichnung „Amok“ verwendet, ist keinesfalls ein Zugeständnis an den Täter und ex kulpiert diese Verbrechen nicht nach den Paragrafen 20, 21 StGB im Sinne einer aufgehobenen bzw. verminderten Schuldfähigkeit. Aufgrund gründlicher Literaturrecherche wird die Autorin die Bezeichnung „Amoklauf“ bezüglich der Ereignisse in Erfurt verifizieren. Nach den jüngsten Forschungsergebnissen des Psychologen und Amokforschers Jens Hoffmann von der Universität Darmstadt sind Amoktaten immer sehr intensiv vorbereitete Verbrechen und das Ende eines langen Prozesses.

Zur Forschungsmethodik wurde als Erhebungsverfahren eine spezielle Technik der qualitativen Inhaltsanalyse nach Philipp Mayring gewählt. Das Anliegen dabei ist, eine Methodik systematischer Interpretation zu verwenden, die an den in jeder Inhaltsanalyse notwendig enthaltenen qualitativen Bestandteilen ansetzt, sie durch Analyseschritte und Analyseregeln systematisiert und überprüfbar macht.

Anhand der erwähnten Forschungsmethode werden die Bewältigungsmechanismen der Trauer von Angehörigen und Betroffenen untersucht.

Die vorliegende Arbeit wird von der Autorin als Beitrag gegen das Vergessen der Verbrechen vom 26.April 2002 im Gutenberg - Gymnasium von Erfurt geschrieben.

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